Vom Gingerbeard und anderen Bartfarben

Gingerbeard, ein Begriff der im Internet die Runde macht

Mann mit roten Bart

Vom Gingerbeard und anderen Bartfarben

Bartfarben-rotbart.pngGingerbeard, ein Begriff der im Internet die Runde macht und so manchen Bartliebhaber in Angst und Schrecken versetzt. Ein Eindruck, der entstehen mag, wenn man sich durch diverse Foren im Internet liest. Im Fokus stehen dabei nicht einfach nur rothaarige Männer mit roten Bärten, sondern vor allem Männer, die kein rotes Haupthaar haben, aber dennoch rote Barthaare besitzen. So kann es vorkommen, dass beispielsweise braunhaarige oder blonde Männer einen Bart bekommen, der teilweise oder sogar vollständig in Rot gehüllt ist. Einige berühmten Beispiele dafür wären Christian Bale, Michael C Hall, Michael Fassbender, Kristofer Hivju und Nick Frost. Historische Beispiele dafür wären König Heinrich VIII, Kaiser Franz Joseph I oder der Künstler Van Gogh dessen roter Bart uns aus seinen Selbstportraits entgegen strahlt.

 

Doch wie ist so etwas möglich? Handelt es sich dabei um einen genetischen Fehler und sollte man sich als Betroffener deshalb Sorgen machen? Nun, aus wissenschaftlicher Sicht hat ein roter Bart jedenfalls nichts mit einer körperlichen Schwäche zu tun, also Entwarnung für alle erröteten Bartfreunde. Die genetische Ausprägung von Haarfarben ist ein relativ komplexes Zusammenspiel aus mehreren Genen, die bei der Vererbung in Beziehung zueinander stehen. Vereinfacht ausgedrückt, es gibt kein einzelnes Gen, dass für die Ausprägung der Haarfarbe verantwortlich ist. Kopfhaare, Barthaare und andere Körperhaare können daher in verschiedenen Farben auftreten. Spannend ist auch, dass die Haarfarbe nicht nur von den Eltern, sondern auch von den Großeltern und früheren Vorfahren vererbt werden kann, je nach Kombination und Ausprägung der Gene.

 

Eine wichtige Rolle dabei spielt das Pigment Melanin. So entscheiden zwei Formen von Melanin über die Farbe eines Haares, nämlich Eumelanin und Phäomelanin. Bei Eumelanin handelt es sich um ein Schwarz-Braun-Pigment, welches vor allem für die Dunkelheit eines Haares verantwortlich ist, während es sich bei Phäomelanin um ein Rot-Gold-Pigment handelt. Dementsprechend enthalten schwarze und braune Haare viel Eumelanin, blonde und vor allem rote Haare enthalten überwiegend Phäomelanin. Je nach Art und Mischverhältnis dieser Melanine, verläuft die Ausprägung der Haarfarbe, daraus ergeben sich dann auch Mischfarben wie brünett, rotbraun oder rotblond.

 

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Wie der rote Bart nun genau vererbt wird, ist aber noch nicht vollständig geklärt. Es gibt Erkenntnisse darüber, dass das Gen MC1R auf dem 16. Chromosom eine entscheidende Funktion bei Rothaarigen erfüllt. MC1R produziert das Protein Melanocortin, welches wiederum maßgeblich an der Umwandlung von Phäomelanin in Eumelanin beteiligt ist. Eine Mutation dieses Gens führt dazu, dass weniger Phäomelanin in Eumelanin umgewandelt wird, daher sammelt sich überwiegend Phäomelanin in den Pigmentzellen an. Menschen mit roten Haaren und heller Haut haben zwei Mutationen des MC1R-Gens geerbt, erbt man hingegen nur ein mutiertes MC1R Gen, kann es passieren, dass unabhängig von der Farbe des Haupthaares rote Haare an anderen Regionen des Körpers auftreten. So kann es unter anderem auch vorkommen, dass man neben einem roten Bart auch rote Augenbrauen erbt.

 

Rote Bärte sind also völlig normal und kein Grund zur Besorgnis, außer man schenkt denjenigen Glauben, die behaupten, es sei unattraktiv rote Haare zu besitzen. Obwohl es ebenso üblich ist, dass ein Bart sich durch andere Farben, wie zum Beispiel blond oder schwarz von dem Haupthaar unterscheiden kann, scheint die Farbe rot für manche Staatsfeind Nummer eins zu sein. Da ich mich mit braunem Haupthaar und einem rot gemustertem Bart selbst zu den Betroffenen zähle, amüsiert es mich sehr, wie manche Menschen darauf reagieren. Allein schon die Tatsache, dass man im Netz sehr wenig Information über schwarze oder blonde Bärte findet, es aber den gängigen Begriff Gingerbeard gibt, zeugt von einer allgemeinen Aufregung rund um den roten Bart. In nordischen Ländern scheint das weniger ein Problem zu sein, assoziert man die Farbe dort häufig mit männlichen Wikingerbärten. Es bleibt also letztendlich Ansichtssache und jedem Mann selbst überlassen, wie er zu der Farbe seines Bartes steht. Die Option des Färbens hat man immer.



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Vom Gingerbeard und anderen Bartfarben25.09.2017
42 Bewertungen: (5 von 5) Bärten

Autor:
Seit meiner Jugend, bin ich von Bärten fasziniert, jedoch lies der erwartete Bartwuchs eine Weile auf sich warten. Langsam im laufe der Jahre, wurde er dann kräftiger, aber eben langsam, sehr langsam. Mit Minoxidil, so hörte ich, könnte es schneller gehen, und tatsächlich, deutliche Erfolge sind bereits bemerkbar.


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