Die Geschichte des Bartes

Vom Altertum bis Heute

Alte Philosophen mit Bärten - Büsten in einer reihe © Photo by Simon Wackerle

Ein bisschen Bartgeschichte

Der Bart. Die mystische Gesichtsbehaarung, welche das Antlitz zahlreicher Männer ziert, gilt als ein Zeichen von Potenz und Macht, ein Körperkultsymbol, welches die Erhabenheit des Trägers zu Tage bringt und ihn ehrt.

Nun ja, diese Auffassung wird man heute eher selten antreffen, beschäftigt man sich jedoch mit der Geschichte, entdeckt man, dass Bärte damals nicht einfach Bärte waren. Im Altertum wurde dem Bartwuchs des Mannes auf vielfältige Weise Bedeutung zugemessen. Das Tragen eines Bartes signalisierte unter anderem Macht und Weisheit und galt auch oftmals als Erkennungsmerkmal des höheren Standes. Schon von den Pharaonen im Alten Ägypten wurde ein Zeremonialbart getragen. Dieser galt als Zeichen ihrer männlichen Omnipotenz, Herrschaft und ihrer religiösen Macht. Er hatte eine heilige Bedeutung und wurde sowohl von Männern als auch von Frauen getragen. So trug auch die altägyptische Königin (Pharao) Hatschepsut den bezeichnenden Pharaonenbart.

Im Alten Ägypten hatte man als Pharao nichts zu befürchten, sollte man nicht über einen stattlichen Bartwuchs verfügt haben, denn bei den stilisierten Kinnbärten handelte es sich um eine künstliche Attrappe. Der echte Bartwuchs wurde rasiert.

Anders verhielt es sich im antiken Griechenland, wo der natürliche Bartwuchs mit Stolz zur Schau gestellt wurde, vor allem was Männer im hohen Alter betraf. Büsten von Philosophen wie Sokrates und Platon zeugen noch heute von der antiken Vorliebe für das lange gelockte Barthaar. Der ergraute, volle Bart signalisierte Alter, Weisheit und Würde, was auch anhand der griechischen Götterdarstellungen deutlich wird. Die dichten Vollbärte waren nur den ältesten und erhabenen Göttern wie Zeus, Hades und Poseidon vorbehalten, den jüngeren Bewohner des Olymp wurde hingegen ein eher bartloses Dasein zugesprochen. Für die Griechen war der sichtbare Bart des Mannes ein Zeichen der Vollendung, eine vollkommene Repräsentation der göttlichen Ureigenschaften, wurde doch auch Zeus stets mit vollem Haupthaar und Bart ikonographiert. Der starke Fokus auf den Bart, findet sich auch in den damaligen Gebräuchen wieder.

So war es auch üblich, bei dem Bart zu schwören. Der Bart wurde so hoch geschätzt, dass es als Bestrafung galt, jemandem den Bart abzuschneiden. Später jedoch, um die Zeit von 490 bis 480 v. Chr., veränderte sich der Umgang mit den Rauschebärten, als es aus strategischer Sicht notwendig wurde, den Bart in Schlachten, beim Kampf gegen die persische Vorherrschaft gestutzt zu tragen.
Diese Barttracht wurde als Strategenbart bezeichnet und wurde weitgehend von den Bürgern aufgegriffen. Aus traditionellen Gründen trugen einige Griechen immer noch lange Bärte, zum Leidwesen von Alexander dem Großen. Dieser ordnete im Jahre 332 v. Chr. die gesetzliche Bartschur an, da er befürchtete, die langen Bärte könnten in der Schlacht vom Feind ergriffen werden. Dieser Barterlass wurde auch später von den antiken Römern wieder aufgegriffen. Hier traten im Laufe der Geschichte, sowohl die Glattrasur als auch die Barttracht auf.

Wie auch in Rom wurde die restliche Bartgeschichte weitgehend von dem Geschmack der jeweiligen Herrscher geprägt. Der russische Zar Peter, hegte eine solche Abneigung gegen Bärte, dass er eine Bartsteuer einführen ließ. Russische Männer, die sich nicht von ihrem Bart trennen wollten, mussten für diesen bezahlen. Doch es gab ebenso Befürworter und auch die Herrscher selbst präsentierten sich in markanter Barttracht, wie z.B. der deutsche Kaiser Wilhelm, der österreichische Kaiser Franz Josef, oder der amerikanische Präsident Abraham Lincoln.
Nach dem ersten Weltkrieg, verlor der Bart als Herrschaftssymbol an Bedeutung und die Rasur setzte sich weitgehend durch. Der Bart drückte somit verstärkt Individualität aus und wurde mit Querdenkern assoziiert. Heute erlebt der Bart wieder neuen Aufschwung, stellt er nun nicht mehr die Ausnahme, sondern immer mehr die Norm dar. Ob nun aus religiöser Überzeugung, Körperkult oder Stil, der Bart wird wieder in vielfältiger Variation getragen.



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Ein bisschen Bartgeschichte03.04.2017
29 Bewertungen: (5 von 5) Bärten

Autor:
Seit meiner Jugend, bin ich von Bärten fasziniert, jedoch lies der erwartete Bartwuchs eine Weile auf sich warten. Langsam im laufe der Jahre, wurde er dann kräftiger, aber eben langsam, sehr langsam. Mit Minoxidil, so hörte ich, könnte es schneller gehen, und tatsächlich, deutliche Erfolge sind bereits bemerkbar.
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